Hochqualifizierte Mitarbeiter und moderne Anlagen
Der Name der Stadt Wesseling – zwischen Köln und Bonn am Rhein gelegen – steht inzwischen für mehr als 50 Jahre deutsche Kunststoffgeschichte. Am 27. August 1953 wurde die Gründung der Rheinische Olefinwerke GmbH – ROW – beim Notar besiegelt. Die Gründungsgesellschaften BASF und Shell stellten 16 Millionen Mark Stammkapital zur Verfügung, um in Deutschland den ersten, ausschließlich in der Petrochemie tätigen Standort zu bauen. Zweck der gemeinsamen Unternehmung: die Herstellung von Ethylen und die Weiterverarbeitung zu Polyethylen. Die Ziele waren zunächst bescheiden, es sollten jährlich 10.000 Tonnen Polyethylen produziert werden. Eine Zahl, die heute nur noch ein müdes Lächeln hervorruft.
Wesseling und Knapsack als ein Standort
Die Nachfrage nach Kunststoff explodierte in den 50er und 60er Jahren. Dank der Weitsicht der Gründungsväter bot das 2,7 qkm große Werkgelände die Chance, mit immer neuen und immer größeren Anlagen das Angebot der ständig steigenden Nachfrage anzupassen. Mit der Basell-Gründung im Oktober 2000 kamen auch die Produktionsstätten, die Elenac und Targor im Chemiepark Knapsack betrieben, hinzu. Dieser ehemalige Hoechst-Standort wurde 1996 in den Chemiepark Knapsack umgewandelt. Dort arbeiten inzwischen elf Unternehmen der chemischen Industrie. Die Anlagen in Wesseling und Knapsack wurden unter einer gemeinsamen Werkleitung zum Basell-Standort Wesseling/Knapsack zusammengefasst. Im Jahr 2005 erwarb der amerikanische Mischkonzern Access Industries die Basell-Gruppe und fügte sie Ende 2007 mit dem amerikanischen Chemiekonzern Lyondell zusammen. Seitdem sind der Standort Wesseling/ Knapsack und der in Berre/ Südfrankreich, die größten europäischen Standorte des neuen Unternehmens. Die Produktionskapazitäten des Standortes:
- Polypropylen: ca. 705.000 Tonnen pro Jahr
- Polyethylen: ca. 1.370.000 Tonnen pro Jahr
- Advanced Polyolefins: ca. 130.000 Tonnen pro Jahr
Damit ist der Petrochemiestandort heute einer der größten und erfolgreichsten der Welt. Gründe für den Erfolg gibt es viele. Bei Immobilien heißt es immer, die „Lage“ entscheidet über Wertzuwachs und Wiederverkauf. Bei Industrieunternehmen ist dies nicht anders: die günstigen Verkehrswege am Standort – Schiene, Straße und Rhein – stellten von Beginn an sicher, dass die Rohstoffe und Produkte schnell und flexibel befördert werden konnten.
Investitionen in die Zukunft
Zu allen Zeiten seit Bestehen des Werks haben die Eigentümer in den Ausbau der Anlagen und der Infrastruktur investiert. Dies gilt auch aktuell in weltweit wirtschaftlich angespannten Zeiten. Anfang 2009 konnte die neue Versorgungs-Rohrtrasse zwischen dem Hafen Godorf und der Werksgrenze fertig gestellt werden. Sie wird künftig alle Versorgungs- und Rohstoffleitungen, die bislang getrennt in der Erde verliefen, bündeln. Vor kurzem wurde eine neue Bodenfackel in Betrieb genommen und einige Fackelköpfe an den Hochfackeln erneuert. Dadurch wird sich die Zahl der nach außen sichtbaren Fackeltätigkeiten weiter verringern. In den nächsten Monaten stehen umfangreiche Investitionen in die Modernisierung des werkeigenen Kraftwerks und in einen der beiden Cracker. Dies wird die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit beider Anlagen weiter erhöhen. Allein diese genannten Investitionen machen einen dreistelligen Millionenbetrag aus – ein Beweis für die strategische Bedeutung des Standortes.
Steigende Produktivität
Die Lage des Standortes – mit den nahen Großstädten Köln und Bonn – bietet auch ein ausreichend großes Einzugsgebiet, um die erforderlichen Mitarbeiter zu finden. So gehört der Standort zu den großen Arbeitgebern der Region. In Spitzenzeiten (1975) wurden 3.500 eigene Mitarbeiter beschäftigt. Inzwischen sind es inkl. Auszubildenden und befristet Beschäftigten etwa 2.000. Gleichzeitig stieg die Produktivität und Kapazität überproportional an. Produzierte rein rechnerisch ein Mitarbeiter 1955 100 Tonnen Kunststoff pro Jahr, ist diese Zahl inzwischen auf ca. 1.200 Tonnen gestiegen. Der Standort Wesseling/Knapsack mit seinen Anlagen wird nicht nur mit eigenen Mitarbeitern betrieben. Er gibt auch regelmäßig rund 800 Beschäftigten von Partnerfirmen zumeist aus der regionalen Wirtschaft Beschäftigung und Aufträge. Seit jeher wurde am Standort immer überproportional – im Vergleich zur chemischen Industrie – in die Ausbildung des Nachwuchses investiert: rund 50 junge Menschen werden Jahr für Jahr als Auszubildende eingestellt, um eine qualifizierte Mitarbeiterbasis zu erhalten.
Gemeinsame Stärke
Und noch etwas zeichnet den Standort aus: das Miteinander von Unternehmensleitung und den Vertretungen der Arbeitnehmer, dem Betriebsrat sowie dem Sprecherausschuss. In den über 50 Jahren des Bestehens gelang es immer, gemeinsam zu konstruktiven Lösungen zu kommen, die Unternehmens- wie auch Mitarbeiterinteressen berücksichtigten. Ohne qualifizierte Mitarbeiter ist Unternehmenserfolg undenkbar. Aber auch die weiteren Voraussetzungen müssen stimmen.
Zentrale Funktionen
LyondellBasell hat im Werk Wesseling zahlreiche zentrale Unternehmens-Funktionen, wie z.B. Einkauf, Personal sowie Projektentwicklung angesiedelt. Diese nehmen von hier aus zunehmend weltweite Aufgaben wahr. Das Unternehmen pflegt intensiv die Kommunikation mit der Öffentlichkeit, den Nachbarn und Behörden. Hierzu dienen Nachbarschafts- und Behördengespräche sowie die eigene Website http://www.lyondellbasell.de/wesseling.