Autark bei Ver- und Entsorgung
Der Standort Wesseling/ Knapsack funktioniert wie ein eigenständiger Organismus. Während er von außen über Pipelines versorgt wird, ist er innerhalb des Anlagenkomplexes an verschiedene Kreisläufe von Material-, Energie- und Wasserströmen angeschlossen. Diese Ströme werden optimal ausgenutzt. Wie ein Organismus verschiedene Organe mit unterschiedlichen Funktionen besitzt, nutzen die einzelnen Betriebe und Anlagen am Standort gemeinsam zentrale Einrichtungen und Services. Dazu zählen das Kraftwerk, die Fackelanlagen, die Kläranlage sowie die thermische Rückstandsverwertung. Dies hat auch den Vorteil, dass Nebenprodukte und Abwärme der einzelnen Anlagen genutzt werden können, ohne dass aufwendige Transporte dafür erforderlich sind.
Rückwärtsintegration
Der Standort wurde in diesem Umfeld etabliert, um auch die alles entscheidende Versorgung mit den Roh- und Einsatzstoffen zu sichern. Über die nahe liegenden Shell-Raffinerien, Pipelines bis nach Rotterdam und den Godorfer Rheinhafen ist diese Versorgung mit dem Haupteinsatzstoff Naphtha optimal gewährleistet. Am Standort werden aus den Einsatzstoffen Monomere wie Ethylen und Propylen produziert, die wiederum über eigene Anlagen zu Polymeren weiterverarbeitet und anschließend als Polyethylen- bzw. Polypropylen Granulat und Advanced Polyolefins den Standort verlassen. Die Anbindung an die Rohstoffversorgung, die Produktion von Monomeren und deren Weiterverarbeitung sind die besonderen Stärken des Verbundstandortes Wesseling/Knapsack. Diese "Rückwärtsintegration" hilft, das Werk auch für die Zukunft zu sichern.
Das Kraftwerk
Der Standort verfügt über ein eigenes Kraftwerk. Es arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Koppelung: d.h. es werden gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt. Im Wesentlichen werden die am Standorterzeugten Cracker-Öle, die als Nebenprodukte bei der Monomerproduktion anfallen, eingesetzt. Darüber hinaus verfügt das Kraftwerk über eine moderne Gas-Turbine. Die zentrale Energieerzeugung ist äußerst umweltfreundlich und sehr effizient.
Die Fackel-Anlagen
Die Fackel-Anlagen am Standort haben die Aufgabe, Gasmengen, die bei Störungen oder Anlagenabstellungen anfallen können, gefahrlos zu verbrennen. Die Fackeltätigkeit – besonders bei Nacht – ist ein weit sichtbares "Schauspiel". Es ist höchstes Unternehmensziel – schon aus wirtschaftlichen Gründen – die Fackeltätigkeit zu minimieren und wenn möglich die Nachbarschaft auch rechtzeitig vorher zu informieren. Ganz vermeiden lässt sich das Fackeln nicht, weil Anlagenabstellungen – z.B. bei den regelmäßigen TÜV-Überprüfungen – vorgeschrieben sind.
Die Kläranlage
Das benötigte Wasser wird in den einzelnen Produktionsanlagen größtenteils im Kreis geführt. Mal gelangt es als Heizmedium, mal als Kühlmittel zum Einsatz. Nur ein Prozent des Wassers kommt mit Einsatzstoffen in Berührung und wird in der eigenen, biologischen Kläranlage gereinigt. Die Wasserqualität wird durch Messstationen und durch systematische Abwasserproben laufend kontrolliert. So wird sichergestellt, dass in den Rhein nur geklärtes Wasser fließt, dessen Qualität weit höher ist als gesetzlich gefordert.
Drittunternehmen nutzen den Standort
Am Standort haben auch andere Unternehmen ihren Sitz, für die Basell die Produktionsanlagen betreibt. Es handelt sich um die Kraton Polymers GmbH, die Lucobit AG und Hexion. Außerdem betreibt Basell gemeinsam mit RWE Umwelt SonderAbfallwirtschaft die Thermische Rückstandsverwertung GmbH & Co KG - TRV. Diese Unternehmen sind in die Infrastruktur des Verbundstandortes voll integriert.
Die Thermische Rückstandsverwertung (TRV)
Die TRV ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Basell und RWE Umwelt/ Sonder- und Abfallwirtschaft. Die Rückstandsverwertungsanlage entsorgt daher außer Basell-Rückständen – z.B. Klärschlamm aus der Kläranlage – auch Abfälle anderer Unternehmen und Kommunen. Die dabei erzeugte Energie wird als Dampf an die Basell-Produktionsanlagen abgegeben. Aufwendige Rauchgasreinigungsanlagen garantieren einen hohen Umwelt- und Sicherheitsstandard, der den gesetzlichen Vorschriften mehr als genügt.